Genossenschaftsidee und deutsche Falknerei sind Immaterielles Kulturerbe

30.11.2016

Idee und Praxis der Genossenschaft:  Immaterielles Kulturebe Bild vergrößern (© UNESCO/Quellenangabe) Am 30. November 2016 nahm der UNESCO-Ausschuss für den Schutz des Immateriellen Kulturerbes die Idee und Praxis der Genossenschaft als ersten deutschen Beitrag in die Repräsentative Liste des Immateriellen Kulturerbes auf. Die Genossenschaft ist eine Form der gesellschaftlichen Selbstorganisation, ein Modell der kooperativen Selbsthilfe und Selbstverantwortung. Die hohe Anzahl von 21 Mio. Genossenschaftsmitgliedern in Deutschland und die rechtliche Absicherung ihrer Grundsätze durch ein Genossenschaftsgesetz sind im internationalen Vergleich Besonderheiten.

Prof. Dr. Maria Böhmer, Staatsministerin im Auswärtigen Amt und Sonderbeauftragte für UNESCO-Welterbe, UNESCO-Kulturkonventionen und UNESCO-Bildungs- und Wissenschaftsprogramme begrüßte die Einschreibung: „Genossenschaften gibt es auf der ganzen Welt. Ihre Arbeit ist eine Antwort auf aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen. Sie leisten einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung beispielsweise durch Armutsreduzierung über lokale Beschäftigung und soziale Integration. Ich freue mich sehr, dass diese erste deutsche Nominierung das Völkerverbindende in den Vordergrund stellt. Die Kulturform der Genossenschaften verbindet uns mit Menschen auf der ganzen Welt!“

Auch die deutsche Falknerei wurde in die Liste des Immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen. Die Nominierung war gemeinsam mit Italien, Kasachstan, Pakistan und Portugal vorgeschlagen worden und erweitert den seit 2010 bestehenden Eintrag der Falknerei-Tradition in 13 anderen Staaten. Die Jagd mit abgerichteten Greifvögeln auf freilebendes Wild in seinem natürlichen Lebensraum ist eine jahrtausendealte Kulturform, die nun durch 18 Staaten weltweit gemeinsam auf der Repräsentativen Liste der UNESCO eingetragen ist.

Falknerei ist Immaterielles Kulturerbe Bild vergrößern (© Quelle: picture alliance / dpa )

Prof. Monika Grütters, Staatsministerin für Kultur und Medien, zeigte sich in einer ersten Reaktion erfreut: „Die Kunst der Falknerei ist mehr als 3.500 Jahre alt. Wie bei vielen anderen Formen des Immateriellen Kulturerbes wurden das Wissen und die Erfahrung über das Zähmen und Abrichten der Tiere von Generation zu Generation weitergegeben. Nur so konnte die Falknerei in ihren Grundprinzipien bis heute in fast unveränderter Form erhalten bleiben - auch wenn die Jagd-Praxis inzwischen dem modernen Tierschutzgedanken Rechnung trägt. Die Falknerei gehört zu jenen Traditionen und Bräuchen, die zeigen, dass Reichtum nicht allein in Wohlstand begründet liegt, sondern in der Vielfalt unserer Kultur.“

Der UNESCO-Ausschuss für den Schutz des Immateriellen Kulturerbes tagte vom 28.11.-02.12.2016 in Addis Abeba (Äthiopien).

Die deutsche Delegation wurde von Herrn Vortragenden Legationsrat Hans Löffler (Auswärtiges Amt) und dem deutschen UNESCO-Botschafter Stefan Krawielicki geleitet und bestand aus Vertretern der Deutschen UNESCO-Kommission und verschiedener Genossenschaften.

Weiterführende Informationen:

zur Genossenschaft

zur Falknerei

zum Immateriellen Kulturerbe (UNESCO Webseite auf englisch)

© Ständige Vertretung der Bundesrepublik Deutschland bei der UNESCO

Mitglieder der deutschen Delegation