Übergabe der UNESCO-Urkunde über die Einschreibung der Genossenschaftsidee in Liste des Immateriellen Kulturerbes der Welt

08.06.2017

  Bild vergrößern (© David Ausserhofer ) Die Staatsministerin im Auswärtigen Amt, Prof. Dr. Maria Böhmer, und der Ständige Vertreter Deutschlands bei der UNESCO in Paris, Botschafter Stefan Krawielicki, überreichten am 11. Mai 2017 in Berlin die UNESCO-Urkunde zur Auszeichnung der „Idee und Praxis der Organisation von gemeinsamen Interessen in Genossenschaften“ als Immaterielles Kulturerbe an die Deutsche Hermann-Schulze-Delitzsch-Gesellschaft e.V. und die Deutsche Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Gesellschaft e.V. Die beiden Gesellschaften waren maßgeblich an der Nominierung Deutschlands für die Repräsentative Liste der UNESCO beteiligt.

Staatsministerin Böhmer sagte zu diesem Anlass: „Ich gratuliere allen Genossenschaftlerinnen und Genossenschaftlern in Deutschland sehr herzlich zur Auszeichnung ihres Wirkens als Immaterielles Kulturerbe der Menschheit. Die Kulturform der Genossenschaften verbindet uns mit Menschen auf der ganzen Welt. Rund 800 Millionen Menschen in über 100 Ländern sind genossenschaftlich organisiert und setzen sich so für die nachhaltige Entwicklung ihrer Regionen ein. Ich kann mir deshalb gut vorstellen, dass jetzt die Genossenschaften in vielen Ländern beflügelt werden, sich der ersten Eintragung Deutschlands in die UNESCO-Liste des Immateriellen Kulturerbes anschließen zu wollen.“

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Genossenschaften sind eine allen offen stehende Form der gesellschaftlichen Selbstorganisation, ein Modell der kooperativen Selbsthilfe und Selbstverantwortung. Weltweit wirken etwa 800 Millionen Genossenschaftsmitglieder in über 100 Ländern, allein 21 Millionen davon in Deutschland. Die hohe Anzahl von Genossenschaftsmitgliedern in Deutschland und die rechtliche Absicherung ihrer Grundsätze durch ein Genossenschaftsgesetz sind im internationalen Vergleich Besonderheiten. Am 30. November 2016 wurde die Genossenschaftsidee und -praxis in Addis Abeba in die internationale Repräsentative Liste des Immateriellen Kulturerbes der Menschheit der UNESCO aufgenommen. Es war der erste deutsche Eintragungsantrag seit dem 2013 erfolgten Beitritt der Bundesrepublik Deutschland zum Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes aus dem Jahr 2003.

Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel erklärte anlässlich der Bankwirtschaftlichen Tagung des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken am 31. Mai 2017 zur Einschreibung Folgendes :

"Deutschland hat vorgeschlagen, die Genossenschaftsidee auf die Liste für das immaterielle Kulturerbe der Menschheit zu setzen. Dem hat die UNESCO zugestimmt. Die Idee hat also nicht nur uns in Deutschland überzeugt, sondern auch weltweit. Die Urkunden wurden kürzlich überreicht. Die Genossenschaftsidee ist damit sozusagen der erste deutsche Eintrag auf dieser Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit. Ich denke, darauf können Sie stolz sein."

Rede der Bundeskanzlerin

© Ständige Vertretung der Bundesrepublik Deutschland bei der UNESCO

Übergabe der UNESCO-Urkunde über die Einschreibung der Genossenschaftsidee