Staatsministerin Böhmer auf UNESCO Generalkonferenz in Paris

02.11.2017

  Bild vergrößern (© UNESCO/Nora HOUGUENADE, UNESCO/Christelle ALIX) Am 1. November 2017 begann die Generaldebatte der 39. UNESCO-Generalkonferenz in Paris, auf der Staatsministerin Böhmer für die Bundesrepublik Deutschland sprach.

Die UNESCO befindet sich kurz vor dem bevorstehenden Wechsel im Amt der Generaldirektorin im Umbruch. Staatsministerin Böhmer unterstrich, wie groß die Herausforderungen seien: Weltweit nähmen Krisen und Konflikte zu. Neue Formen von Terrorismus zielten auf die Vernichtung der kulturellen Identität von Menschen. Aufgrund der Destabilisierung ganzer Regionen befänden sich weltweit Millionen Menschen auf der Flucht. Böhmer betonte vor der Generalkonferenz: „Eine Antwort auf die Herausforderungen unserer Zeit liegt in einer starken und handlungsfähigen UNESCO.“

Staatsministerin Böhmer bedauerte zutiefst die Ankündigung der USA und Israels, die UNESCO verlassen zu wollen. Gerade in dieser Zeit der Neuausrichtung seien die Aufgaben für die UNESCO immens. Deshalb brauche man zuverlässige Partner wie die USA und Israel in der UNESCO. Böhmer nahm in ihrer Rede fünf Handlungsfelder in den Blick:

  • Der zunehmenden Politisierung der UNESCO müsse man sich entgegenstellen.
  • Die UNESCO müsse finanziell besser aufgestellt werden.
  • Umfassende strukturelle und inhaltliche Reformen seien dringend notwendig.
  • Die UNESCO-Nationalkommissionen müssten gestärkt und deren Expertise besser fruchtbar gemacht werden.
  • Die Kernaufgaben seien wichtiger denn je: Frieden und Nachhaltigkeit müssten mehr Gewicht erhalten.

Nachhaltigkeit sei dabei nicht nur ein ökologischer Maßstab – sie müsse auch bestimmend für unser wirtschaftliches und soziales Handeln sein. Böhmer betonte: „Unser Ziel ist, dass alle Menschen gut und selbstbestimmt leben können.“

Für Staatsministerin Böhmer ist deswegen die Erziehung zur Humanität, die Vermittlung von Bildung, Kultur und Werten, von zentraler Bedeutung. Nachhaltige Bildung sei zu Recht ein Schlüsselthema der UNESCO.

„Den Frieden im Geiste der Menschen zu verankern war immer das vornehmste Ziel der UNESCO,“ sagte Böhmer. „Es ist gerade heute hochaktuell. Die UNESCO steht heute vor einer ihrer größten Herausforderungen. Begreifen wir diese Herausforderungen als Chance, die UNESCO dauerhaft zu stärken. Denn davon wird abhängen, wonach wir alle gemeinsam streben: Frieden und Gerechtigkeit.“

Rede der Staatsministerin Böhmer [pdf, 168.45k]

Hintergrund:

Am 01. November begann die Generaldebatte der UNESCO-Generalkonferenz, auf der die Vertreter aller Mitgliedsstaaten der UNESCO sprechen. Die 39. UNESCO-Generalkonferenz findet vom 30.10. bis 14.11. statt. Sie ist das zentrale Beschlussgremium der UNESCO mit 195 Mitgliedsstaaten und tagt einmal in zwei Jahren.

Die UNESCO wurde 1945 gegründet und ist eine von 16 rechtlich selbständigen Sonderorganisationen der Vereinten Nationen mit 195 vollen und elf assoziierten Mitgliedern. Ziel der Arbeit der UNESCO ist es, mittels Förderung von Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation zur Erhaltung des Friedens, zur nachhaltigen Entwicklung und zum interkulturellen Dialog beizutragen. Die Bundesrepublik Deutschland ist seit 1951 Mitglied in der Sonderorganisation der Vereinten Nationen für Bildung, Kultur, Wissenschaft und Kommunikation (den Vereinten Nationen trat die Bundesrepublik Deutschland 1973 bei).

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UNESCO Generalkonferenz in Paris